Langsam neigt sich unsere Freizeit dem Ende entgegen. Umso schöner, dass sich dieser Morgen nochmal von seiner besten Seite zeigt. Strahlend blauer Himmel und das warme Licht der Morgensonne begrüßen uns zum Frühsport.
Für den Vormittag ist erneut eine Gästin nach Hohenfelde angereist. Eine junge Bootsbauerin und Seglerin nimmt uns mit auf ihre eigene Segelreise. Anhand von Bildern können wir diese Reise vom Segeln in der Jugend, über große Reisen, Ausbildung und Weltumseglung verfolgen. Dabei passieren wir natürlich die Etappen der letzten Tage. Heimathafen, Navigation, Seesack packen, Leinen los, Wind in den Segeln. Es geht um Stürme, Piraten, Wale und Delfine, kleine Inseln mitten im Ozean, die Schwierigkeiten einer solchen Reise und die ganz besonderen Momente. Die Bilder und Geschichten wecken Fernweh und machen Lust auf Aufbruch.
Kalt und stürmisch ist die Mittagspause, da hilft es nur, sich beim Fußballspielen warm zu laufen. Das macht heute nochmal richtig Spaß. Am Nachmittag steht dann das große Aufräumen an. Heidewitzka, wie wir sagen. Die Koffer werden gepackt, Zimmer gesaugt, Flure gefegt, Teppiche geklopft, Mülleimer entleert und das ganze Gelände einmal umgekrempelt. Aber Dank der Tatkräftigen Unterstützung ist auch dieser Pflichtteil schnell abgehakt. Und bald taucht die Abendsonne das Gelände in ein warmes Licht.
Zum letzten Abend der Freizeit steht nochmal eine gemeinsame Aktion an. Freizeitleitung Arne lädt zum Kneipenquiz in den Großen Tagesraum ein. Es gibt Snacks, Getränke und zahlreiche Quizfragen. Im Kamin brennt ein kleines Feuer, aus den Lautsprechern kommt Musik. Es wird sich unterhalten, Karten gespielt und ordentlich gerätselt.
Den krönenden Abschluss bildet wie immer die Diashow. Beim Rückblick auf die letzte Woche und unsere schöne Freizeit kullern da die ein oder anderen Tränen. Aber so schwer der Abschied auch sein mag, hat mal jemand gesagt, dass wir wegfahren müssen, um wiederzukommen. Und genau das werden hoffentlich viele von uns tun.
Und so ist unsere gemeinsame Segelreise schon zu Ende. Wir als Leitungsteam und Jugendleitende können und möchten an dieser Stelle sagen, dass wir eine sehr schöne Woche hatten. Eine tolle, lebhafte Gruppe, die offen für unser Programm war, sich voller Freude in die Freizeit gestürzt und diese Woche zu einer ganz besonderen gemacht hat. In diesem Sinne verabschiedet sich der Blog aus Hohenfelde und hofft auf ein baldiges Wiedersehen und Wiederlesen.
Am heutigen Tag gibt es ein ganz besonderes, neues Frühsportangebot: das Fahrradfahren! Blöd nur, dass die Jugendleitenden verschwiegen haben, dass wir keine Fahrräder ausgeliehen haben. Dass wir uns für den Frühsport also auf den Boden legen und mit den Beinen in der Luft strampeln wollen, kommt nicht bei allen Teilnehmenden so wirklich gut an.
„Wind in den Segeln“, das ist das Motto des heutigen Tages. Es geht vor allem um die Frage, was einen glücklich macht. Also was der eigene Antrieb ist, was uns Kraft und Vertrauen gibt. Am Vormittag haben wir überlegt, was Glück für uns bedeutet, wann wir uns glücklich fühlen und was wir tun können, wenn es mal nicht so gut läuft. Am Nachmittag stand dann ein großes Quiz in der gesamten Runde an. Gemischte Fragen zu Religionen, Glück, dem Freizeitheim und Sonstigem sorgen für richtig Stimmung im Tagesraum. Bei den hochkochenden Emotionen werden sogar die Jugendleitenden in eine Ecke des Raumes verbannt. Kann so jede Form des Betrugs ausgeschlossen werden? Wir haben auf jeden Fall jede Menge Spaß!
Auch Fußball wird heute gespielt, so wie eigentlich jeden Tag in Hohenfelde. Sonnenschein und gute Musik sorgen für gute Laune.
Vor dem Abendessen macht sich eine kleine Gruppe Richtung Vogel-Beobachtungsturm auf. Wir sehen Graugänse, Kanadagänse, Stockenten und andere Vögel. Bei Wolken und einer steifen Brise kommen richtige Herbstgefühle auf.
Am Abend wird es dann wieder ruhiger. Gemeinsam schauen wir den Film „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“. Dabei dürfen natürlich die Snacks aus der Kantine nicht fehlen. Beim Gemeinsamen Abschluss hat Jugendleiter Leo den Tag rekapituliert und vergewissert, dass es auch okay ist, wenn nicht immer alles perfekt läuft. Mit diesem wohligen Gefühl geht es heute Abend ins Bett. Der Blog freut sich auf den letzten ganzen Tag der Freizeit morgen. Gute Nacht!
Nach Heimathafen, Navigation und Seesack packen steht heute der große Aufbruch an. Es heißt also: Leinen los! Thematisch dazu passend beginnt der Tag direkt mit dem ersten Sprung ins kalte Wasser. Als Frühsport steht Schwimmen auf dem Plan. Alle Teilnehmenden gehen wenigstens bis zum Knie ins Wasser, viele sogar ganz. Und das bei ungefähr 12 Grad Wassertemperatur, Respekt!
Der Vormittag hat mit einem spektakulären Auftritt von Jugendleiter Jannis gestartet. In einem Boot mit dem Namen „Das Boot“ wurde er von zwei weiteren Jugendleitenden auf einem Anhänger über den Zeltplatz gezogen. Das Lied „Santiano“ der Band Santiano hat das ganze musikalisch untermalt. „Leinen los, volle Fahrt Santiano“ oder so. In kleinen Gruppen haben die Jugendlichen danach über verschiedene Impulsfragen zum Thema gesprochen. Warum möchte ich aufbrechen? Steht ihr vor einem Abschied oder einer großen Veränderung in eurem Leben? Was kann einem Mut machen, wenn man aufbricht?
Es folgen eine schöne Runde „Wir dürfen Singen“ und das Mittagessen. Am Nachmittag stand ein Ausflug an. Es ging zur Straußenfarm. Dort wurden uns die Ställe und Brutkästen gezeigt und wir haben Strauße in allen Größen gesehen. Wusstet ihr schon, dass ein Strauß bis zu 70 Eier im Jahr legt? Oder, dass die Gehirne der Strauße kleiner sind als ihre Augen? Das und vieles mehr haben wir bei einer Führung über die Farm erfahren. Die Führung war sehr interessant und im typisch norddeutschen Ton, sehr unterhaltsam für uns alle.
Am Abend saßen wir mit allen zusammen am Feuer. Gegrillte Marshmallows, gemeinsames Singen, vorgelesene Geschichten und das Verbrennen der eigenen Sorgen inklusive. Denn die Jugendlichen hatten im Laufe des Tages ihre Sorgen vor dem Aufbrechen auf einen Zettel geschrieben und konnten diese Sorge mit dem Verbrennen im Feuer ein wenig hinter sich lassen. Auch die Jugendlichen haben etwas zum Abend beigetragen, indem sie Geschichten von persönlichen Erfahrungen mit dem Aufbrechen geteilt haben. Emotional, gemütlich und unter dem Sternenhimmel, so soll ein Abschluss sein. Der Blog wünscht allen eine gute Nacht!
Große Verwirrung am Dienstagmorgen in Hohenfelde. Warum ist es heute früh beim Wecken noch dunkel, wenn es die letzten Tage immer hell war? Man munkelt, dass die Jugendleitenden sich beim Wecken heute früh um eine Stunde vertan und schon um 7 Uhr mit lauter Musik an die Zimmertüren der Jugendlichen geklopft haben. Was da wohl heute los war?
Nachdem es gestern um die Navigation der eigenen Reise ging, ist heute die Frage, was wir eigentlich mitnehmen wollen auf die Reise. Was wir also in unseren Seesack packen. Dafür hat Jugendleiter Leo zum Beginn des Plenum präsentiert, was er in seinem Seesack für eine Reise dabei hat. Danach haben sich die Jugendlichen am Vormittag mit den eigenen Stärken und den Stärken der anderen Teilnehmenden beschäftigt. Denn zu wissen, was man selbst gut kann und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu haben, kann in Stürmen Sicherheit geben.
In vier verschiedene Workshops konnten die Jugendlichen zudem einzelne Fähigkeiten vertiefen. Eine Gruppe hat im Kleinen Tagesraum an einem Standardtanzkurz teilgenommen und die Grundschritte von Cha-Cha-Cha und Discofox gelernt. Im Spielehaus hat eine Gruppe mit Quasselrunde, Assoziationsspiel und Mini-Reden das Sprechen vor der Gruppe geprobt. Über das ganze Gelände verteilt hat eine weitere Gruppe sich im Spiele Anleiten geprobt. Beim vierten Angebot haben die Teilnehmenden sich bewusst Zeit für sich genommen. Dabei ging es darum zu proben, wie man auch im Alltag eine ruhige Pause machen kann.
Nach den sehr leckeren Wraps zum Mittagessen und dem ersten Fußballspiel des Turniers auf dem Fußballplatz haben wir am Nachmittag Besuch von einem Referenten bekommen. Dieser hat mit uns zum Thema Streit und Konflikt gearbeitet und erläutert, dass Interaktionen zwischen Menschen oft auf Grundlage von Interpretation verlaufen. Auch hat er die Symbolik vom Eisberg eingeführt. Diese verdeutlicht, dass unter der Oberfläche meist viel mehr schlummert als man eigentlich denkt. Die Teilnehmenden haben somit gelernt, dass man sich gegenseitig mit dem Wissen begegnen soll, dass man nie ganz weiß, was bei den anderen unter der Wasseroberfläche schlummert. Und dass daher Rücksicht, Empathie und die Offenheit für andere Meinungen im Zusammenleben wichtig sind. Ein Teil der Gruppe hat mit unserem Referenten auch am Abend noch weiter zum Thema gearbeitet. Vielen Dank für den Besuch und die spannenden Einblicke an dieser Stelle!
Nach einem ruhigen Abendabschluss samt Geschichte und Lied ist auch dieser Tag zu Ende. Der Blog wünscht sich besseres Wetter für morgen und freut sich auf die zweite Hälfte der Freizeit!
Geschichte: Der kleine Seemann
Der kleine Seemann wollte eine Seereise antreten. Er hatte in seinem ganzen Leben noch nichts anderes gesehen, als das kleine Dorf an der Küste, aus dem er kam. Es war ein schönes Dorf. Kleine, schiefe Häuser aus grauen, ungleichen Steinen mit bunten Türen und Fensterläden in allen Farben stranden um eine Bucht herum. Davor lag das weite Meer. Mal traf es in großen Wellen auf die Küste, sodass die Häuser die Gischt der Wellen abbekamen. Und mal war es glatt wie ein Ententeich, sodass der kleine Seemann seine Spiegelung im Wasser sehen konnte, wenn er sich über die Hafenmauer lehnte. Der Leuchtturm des Dorfes stand auf den Klippen, die das Dorf umgaben. Auch er war ein bisschen schief, hatte breite rote und weiße Streifen und strahlte nachts ein warmes Licht aufs Meer hinaus.
Es wohnten nur 30 Menschen in seinem Dorf und der kleine Seemann kannte alle persönlich. Sie waren seine Familie, Freunde, Lehrer und Bekannte, die Fischer, der Leuchtturmwärter und Handwerker und hatten sein ganzes Leben geprägt. Sie waren sein sicherer Hafen und halfen ihm in allen schwierigen Situationen. Zum Beispiel als er an einem Tag im Hafen gefischt hatte und ihm ein so großer Fisch ins Netz gegangen war, dass er ihn nicht alleine an Bord ziehen konnte.
Aber jetzt war der kleine Seemann mit der Schule fertig. Er hatte sich ein kleines Segelboot gebaut und war bereit aufzubrechen. Er hatte auch einen Plan gemacht, wohin seine Reise gehen sollte, mit seinen Seekarten navigiert und eine Route eingezeichnet. Nun stand er im Haus seiner Eltern vor seinem Seesack und wusste einfach nicht, was er einpacken sollte. Er hatte schon seine Arbeitshose, drei dicke Wollpullover, eine Wollmütze, einen dicken gelben Regenmantel und sein Werkzeug bereitgelegt. Mit den Händen in die Seiten gestremmt stand er nun da und wusste nicht weiter. Da kam die Mama vom kleinen Seemann ins Zimmer und fragte: „Na mein kleiner, hast du alles gepackt? Bist du bereit für die große Reise?“ Der kleine Seemann war sichtlich unzufrieden und sagte: „Ich weiß einfach nicht, was ich mitnehmen soll. Ich habe das Gefühl, dass ich so oder so was vergessen. Und nicht richtig vorbereitet bin.“ Und da verstand die Mama vom kleinen Seemann, was das Problem war. Der kleine Seemann bekam ein bisschen kalte Füße vor seiner Reise. Die Mama vom kleinen Seemann seufzte und sagte: „Du hast schon so viel mehr in deinem Seesack, als du denkst, mein kleiner. Und du nimmst so viel mehr mit, als die Klamotten und die Ausrüstung, die du schon bereitgelegt hast. Denk an all deine Stärken und Fähigkeiten. Du hast dein Boot selbst gebaut und kennst es besser, als alle anderen. Du kannst nach den Sternen navigieren. Weißt, wohin die Reise gehen soll. Kannst mit Stürmen umgehen. Natürlich wird es schwer werden. Und zu wirst oft zweifeln. Aber ich glaube, dass du genug über die Jahre in deinen Seesack gepackt hast. Dass du die Reise schaffen kannst.“
Der kleine Seemann umarmte seine Mama fest. Dann packte er seinen Seesack, erinnerte sich an alles, was er konnte. Und vor allem hatte er eines: Vertrauen. Vertrauen in sich und seine Fähigkeiten. Und daran, dass er auch für die stürmische See bereit ist. Abends legte er sich ein letztes Mal in das kleine Bett in seinem Zimmer im Haus seiner Eltern und freute sich auf morgen. Denn morgen wird es heißen: Leinen los!
Sonnenstrahlen begrüßen uns an diesem Montag beim Verlassen der Häuser in Hohenfelde. Der Himmel ist strahlend blau, die Sonne wirft ein warmes Licht über die Felder und unser Atem steigt in hellen Wölkchen auf. Auch heute beginnt der Tag im Freizeitheim Hohenfelde mit Frühsport. Bei dem Wetter macht das besonders viel Spaß.
Das Thema des heutigen Tages ist die Navigation, also die Frage nach der eigenen Zukunft. Das erste Plenum startet mit einer Traumreise. Jugendleiter Joris nimmt uns mit auf eine Traumreise. In mehreren Etappen schreiten wir in Gedanken unser Leben ab. Stellen uns vor, wie wir in der Zukunft aussehen, was wir ausstrahlen, beruflich machen, wo wir wohnen, mit wem wir unser Leben teilen. Danach haben die Jugendlichen weiter in den Logbüchern gearbeitet und überlegt, wo sie sich in zwei, fünf, zehn, 25 oder 50 Jahren sehen. Besonders schön war das Gespräch in der Gruppe über die eigenen Pläne. So haben uns die Jugendlichen an ihren Plänen von Schulabschluss bis Stricken im Lehnstuhl in der Rente teilhaben lassen.
Auch der Nachmittag diente wieder der Navigation. Die Jugendlichen haben überlegt, welche Personen oder Dinge ihnen als Leuchtturm im Leben dienen und dies auf Plakaten festgehalten. Zwischendurch war aber immer auch jede Menge Zeit für Freizeit. Diese wurde heute besonders für lange Spaziergänge zu Edeka im Ort oder Fußballspiele genutzt wurde.
Am Abend stand eine Nachtwanderung an. Begleitet vom Licht der Fackeln ging es am Strand entlang, um die Felder der Gegend herum und durchs Dorf zurück. Geendet hat der Abend am Lagerfeuer in Hohenfelde in andächtiger Stimmung.
So geht der zweite ganze Tag in Hohenfelde zu Ende. Der Blog freut sich auf alles, was noch kommt und wünscht eine gute Nacht!