Auch wenn die Sonne heute am blauen Himmel über unserem Freizeitheim in Hohenfelde leuchtet, beschäftigen wir uns heute damit, was Halt bei stürmischer See geben kann. Damit ist natürlich nicht unbedingt der Sturm als schwere See gemeint mit Wind und Wellen gemeint, sondern Situationen und Zeiten im Leben, in denen eben nicht immer alles einfach ist.
Aber zum Start des Tages gibt es eine schöne Aufgabe. Alle Teilnehmenden und Jugendleitenden der Freizeit bekommen einen geheimen Freund oder eine geheime Freundin zugeteilt und haben die Aufgabe, diesen über den Tag eine kleine Freude zu bereiten. Dies kann eine Süßigkeit aus der Kantine, ein Kompliment oder Unterstützung bei etwas sein. Auf jeden Fall aber eine nette kleine Geste, die Freude bereitet.
Der Vormittag war dann ganz einem Kreativprojekt zur Frage „Wie wäre die Welt, wenn Gott alle Gebete erhören würde?“ gewidmet. In verschiedenen Formaten, wie Tagesschaubeitrag, Podcast, Schauspiel oder Sketch haben die Jugendlichen überlegt, wie es denn wäre, wenn wirklich alles wahr werden würde, was Menschen beten. Im Anschluss haben die Jugendlichen mit Hilfe von Symbolkarten überlegt, was Beten eigentlich für sie selbst bedeutet.
In der Mittagspause war dann wieder Zeit für das Fußballturnier und Baden. Perfekt bei den sonnigen 25 Grad. So fühlen sich Sommerferien an!
Auch am Nachmittag legte sich eine warme, wohlige Stimmung über unser Freizeitheim. An verschiedenen Stationen konnten sich die Konfis überlegen, auf welche Arten sie Halt oder Zugang zu Gebeten finden können. An einer Station haben die Jugendlichen darüber nachgedacht, für was im Leben sie denn wirklich dankbar sind, dies auf Zettelchen geschrieben und diese dann an einen kleinen Baum gehängt. So ist unser Wünschebaum entstanden, um den sich für den Rest des Tages immer Menschen eingefunden haben, die ganz berührt von der Dankbarkeit anderer erfahren haben. Familie, Freunde, Gesundheit, Bildung, die Freizeit in Hohenfelde, die eigenen Großeltern, ein Leben in Sicherheit. Alles Punkte, die Dankbarkeit hervorrufen.
Im Raum der Stille konnte ein Moment innegehalten werden, an einer anderen Station wurden Gebetsarmbänder gestaltet. Und auch das Vater Unser war Teil dieser Stationsarbeit. Mit grünen, gelben und roten Klebepunkten haben die Konfis markiert, welche Verse des Vater Unsers ihnen Kraft geben, welche neutral für sie sind und welche sie nicht verstehen. Eine besondere Art, über das Gebet nachzudenken.
Unter dem Motto Bühne frei! haben wir uns am Abend gemeinsam im Großen Tagesraum die Ergebnisse der Gruppenarbeit vom Vormittag angeschaut. Unter den Konfis dabei ein einstimmiges Fazit. Wenn wirklich alle Gebete in Erfüllung gehen würden, dann würde die Welt wohl in ein ziemliches Chaos versinken. Die vielfältigen und witzigen Videos und Beiträge haben dabei nicht nur Lacher und Applaus, sondern auch eine richtige Kino-Stimmung hervorgerufen.
Der Abend ist dann ganz so, wie ein Sommerabend in Hohenfelde sein soll. Die Sonne geht langsam über der Ostsee unter, der Himmel färbt sich zart Rosa. Auf dem Zeltplatz wird eine große Runde Volleyball gespielt, aus dem Spielhaus tönen Jubelrufe und die Geräusche von Tischkicker und Tischtennis. Im Hintergrund die Töne einer Gitarre. Dann steht der gemeinsame Abschluss an, wir versammeln uns zusammen am Strand. Dort wird der Tag zusammengefasst. Dass wir danach zusammen die beschrifteten Steine der Klagemauer in die Ostsee schmeißen, stellt den Höhepunkt des Abschlusses dar. Auch danach bleiben viele Zimmer- und Zeltgruppen noch für ihre Besprechung am Strand sitzen. Dann senkt sich die Nacht über unser Freizeitheim in Hohenfelde und auch wenn am Horizont noch lange ein heller Schleier zu sehen ist, erscheinen bald die ersten Sterne am Himmel. Der Blog wünscht eine gute Nacht.
Statt eines klassischen Blogbeitrages gibt es heute den Logbucheintrag, der zum Abendabschluss vorgelesen wurde. Denn ein Logbuch muss auf jeder Seereise geführt werden.
Logbuch, 09.07.2026. 20 Grad, Sonne Wolken. Hohenfelde und Lübeck.
Heutiger Tag Landgang. Wir verlassen unser Freizeitheim in Hohenfelde und machen uns auf den Weg nach Lübeck.
Der Morgen ein wenig chaotisch, die Teller beim Frühstück übervoll, denn es wird nicht nur gefrühstückt, sondern auch Proviant für die Reise geschmiert. Eine Backschaft der Leitenden in Lichtgeschwindigkeit. Dann müssen die Teilnehmenden gezählt und auf die Busse aufgeteilt werden. Auch auf der Anreise selbst eine kleine Kursänderung, Sperrung und Stau zwingen uns zu einem Umweg.
In der Stadt selbst verliert sich die Crew nach dem Besuch der Marienkirche. In kleinen Gruppen erkunden die Konfis die Stadt. Es wird gegessen, geshoppt, Fotos gemacht und gedruckt, eine Zeit ohne direkte Aufsicht der Jugendleitenden genossen. Auch die Jugendleitenden genießen zwei Stunden der Ruhe. Es gibt Pizza, die weit über den Tellerrand reicht und ein großes Eis. Am Holstentor trifft sich die ganze Crew wieder. Alle mit voll gepackten Taschen und Tüten und vielen Geschichten im Gepäck.
Hier stellen wir einen neuen Rekord auf: in knappen 4 Minuten stellen wir uns in einer Zweierreihe auf und zählen ab. Dann die frohe Botschaft, dass es wirklich alle der 75 Teilnehmenden selbstständig und rechtzeitig zum Treffpunkt geschafft haben. Das Geschrei ist dabei für die umstehenden Menschen bestimmt ein Spektakel, genauso das Bild, wenn knapp 100 Menschen in durch die Straßen ziehen.
Die Heimreise nach Hohenfelde vergeht wie im Flug und zu unserem Glück hat Smutje Luka während unserer Abwesenheit für uns gekocht. Nudeln mit Bolognese. Da werden ein, zwei, in manchen Fällen sogar drei große Nudelteller gefuttert. Zum Nachtisch gibt es dann noch Joghurt, spätestens jetzt sind alle pappsatt.
Aber das Programm für diesen Tag ich noch nicht zu Ende. Denn der Tag der Polonaise ist gekommen. Endlich. In Zweierreihe geht es über den Fußballplatz, denn wo auch sonst sollte man die Mischung aus Tanz, Choreografie und klassischer Polinaise aufführen? Dabei fallen Kommandos wie: jetzt eine Verbeugung, hier ein Knicks, dort ein Spalier mit Dach, dann einer ohne, jetzt der Springspalier mit Drehung. Mit Drehung, erst rechts, dann links.
Von dort geht es in den Großen Tagesraum, natürlich unter dem Volleyballnetz durch. Im Raum selbst eine richtige Fete, es wird gesungen, getanzt und einander in den Armen gelegen. „Welch ein Tag, die Welt steht still, ein schöner Tag“, tönt es zum Abschluss.
Jetzt sind wir auf Kurs für die letzte Woche. Die erste Hälfte ist geschafft, wir haben bereits viele schöne Erinnerungen gesammelt und freuen uns auf die nächsten Highlights. Volle Fahrt voraus!
Passend zum Tagesthema erleben die Konfis heute beim Frühstück die erste Ungerechtigkeit. Das geliebte Nusspli (die Hohenfelde Variante von Nutella) ist heute rationiert und den Jugendleitenden und einzeln ausgewählten Konfis vorbehalten. „Das ist so unfair!“, ist da nicht nur an einem Tisch zu hören.
Das Thema des heutigen Tages lautet: „Auf Kurs – Segel setzen für eine gerechte Welt“. Am Vormittag beschäftigen wir uns aber erstmal mit den Ungerechtigkeiten der Welt. Es geht unter anderem um Geschlechterungerechtigkeit, Bildungsungleichheit, Diskriminierung von Menschen der LGBTQIA+ Community, Benachteiligung von Arbeiter:innen, Kinderarbeit und Krieg, Flucht und Vertreibung. In Kleingruppen haben die Jugendlichen sich über diese Themen unterhalten und ein kleines Referat vorbereitet.
Die Mittagspause ist nach den Regentagen endlich mal wieder so, wie eine Mittagspause in Hohenfelde zu sein hat. Die Sonne scheint, das Meer schimmert blau am Horizont und über unser Freizeitheim legt sich eine entspannte Ruhe. Während auf dem Fußballplatz gute Musik und ein spannendes Fußballspiel laufen, wird sich auf dem Zeltplatz gesonnt. Genauso muss es sein!
Nachdem wir und am Vormittag vor allem mit Ungerechtigkeiten beschäftigt haben, war das Ziel am Nachmittag, einen positiven Blick auf die Zukunft zu lenken. Denn jeder und jede Einzelne kann etwas dazu beitragen, die Zukunft zu gestalten und einen positiven Einfluss zu haben. Die Jugendlichen haben inspirierende Menschen und ihre Ideen kennengelernt und somit Eindrücke gewonnen, wie eine lebenswerte Zukunft gestaltet werden kann. Neben bekannten historischen Persönlichkeiten wie Sophie Scholl und Harriet Tubman ging es auch um andere Menschen wie Katrina Spade, die das Konzept des Recomposing für Bestattungen entwickelt hat oder Dixon Chibanda, einen Psychiater aus Simbabwe, der die Idee der Freundschaftsbank für Gespräche zwischen Großmüttern und gesprächsbedürftigen Menschen hatte. Die Jugendlichen haben Begriffe und Ideen zu einer lebenswerten Zukunft gesammelt und auf Umzugskartons geschrieben. Daraus konnte dann symbolisch eine Stadt gebaut werden, in der es sich zu leben lohnt.
Kurz vor dem Abendessen stand das erste Wir dürfen Singen der Freizeit an, eine Hohenfelde Tradition, die auf den Abend vorbereiten sollte. Denn zum Abschluss des Tages haben wir uns als Gruppe auf den Weg zur Kapelle nach Hohenfelde gemacht und dort eine Andacht abgehalten. Auch hier ging es nochmal um das Thema Gerechtigkeit. Wir haben aber auch einfach ganz viel gesungen und auf dem Rückweg den Sonnenuntergang über der Ostsee bewundert. Ein Abend, der alle ein bisschen runterbringen und entspannen kann und nach dem alle mit Sicherheit müde ins Bett fallen.
Morgen steht ein Landgang an, es geht nach Lübeck. Wir sind gespannt, was die Hansestadt uns zu bieten hat und wie es sein wird, das Gelände zum ersten Mal seit einer Woche zu verlassen. Bis dahin!
Nachdem wir uns am gestrigen Tag mit der Frage beschäftigt haben, was wir denn eigentlich überhaupt glauben, ging es heute um Gott selbst. „Hafen, Leuchtturm oder Smutje“ ist der Titel des Tages. Denn was ist Gott für wen? Sicherer Hafen, wegweisender Leuchtturm oder bekochender Smutje?
Um dieser Frage nachzugehen, haben wir uns am Vormittag im Plenum getroffen und zu verschiedenen Gottesbildern gearbeitet. Dabei haben die Konfis unter anderem Kacheln gestaltet und auf diesen künstlerisch zum Ausdruck gebracht, was Gott für sie ist. Mit Fäden in verschiedenen Farben konnten die Konfis Symbole und Bilder legen, die ihre Beziehung zu Gott darstellen.
Am Nachmittag ging es dann um das Theodizee Problem. Dieses befasst sich mit der Frage, wie sich das Leid und das Böse der Welt mit der Existenz eines vermeintlich allmächtigen Gottes vereinbaren lassen. Um dies zu ergründen hat ein ordentlicher Umbau in unserem Freizeitheim in Hohenfelde stattgefunden. Es wurden vier Gerichtssäle eingerichtet, denn an diesem Nachmittag steht jemand vor Gericht. Gott selbst. Die Anklageschrift: „Gott wird beschuldigt, allmächtig und vollkommen gut zu sein und das Leid auf der Welt trotzdem nicht verhindert tu haben und auch weiter nicht zu verhindern.“ Anklage und Verteidigung haben hitzig diskutiert, Zeugen aufgerufen und schließlich ein Urteil gefällt. Was für ein spannender Nachmittag!
Nach den hochkochenden Emotionen des Gerichtsprozesses konnten die Konfis bei einem Taizé Gebet im Großen Tagesraum wieder runterkommen, eine Kerze anzünden und einen Moment innehalten.
Der Tag endet mit den Pflichtprojekten und einem gemeinsamen Abschluss am Strand. Hier sind wir bei Sonnenuntergang und Sturm alle noch einmal zusammengekommen, haben einer Zusammenfassung des Tages gelauscht und die gestalteten Kacheln in ihrer Fülle betrachtet.
Wieder ein voller und langer Tag, viele Eindrücke und neue Themen, das macht müde. Es wird Zeit fürs Bett, wir freuen uns auf einen sonnigen Mittwoch!
Nach dem gestrigen Sonnenschein hängen zum Start der Woche dicke Regenwolken über unserem Freizeitheim in Hohenfelde. Die Speckflagge klebt traurig am Flaggenmast und der Horizont der Ostsee verschwindet im Dunst. So ein Wetter ist dann auch genug, um die Herzen der Jugendleitenden zu erweichen und den Frühsport an diesem Tag ausfallen zu lassen. So können sich die Jugendlichen nach dem Wecken noch einmal in ihren Betten umdrehen und ein bisschen später in den Tag starten.
Nachdem am gestrigen Tag Pastor Eike Blüthner nach Hohenfelde angereist ist, starten heute die Konfi-Inhalte. Das Thema des Tages: In See stechen – die Reise beginnt. Im Mittelpunkt steht die Frage nach dem eigenen Glauben der Konfis. Was bedeutet Glaube und Religion für mich? Wer oder was ist eigentlich Gott? Was kann Religion geben? Mit verschiedenen Methoden und an unterschiedlichen Stationen haben die Jugendlichen beispielsweise überlegt, welche Symbole und Worte ihren Glauben beschreiben oder was man einer Person antworten könnte, die meint, dass Religion nur etwas für Verrückte oder Schwächlinge sei.
In der Mittagspause darf natürlich das obligatorische Fußballspiel nicht fehlen, die Niederlage eine Blamage für das Team der LaLaLeiter.
Am Nachmittag ging es dann darum, Religion als Gegenentwurf zu Selbstoptimierung und Leistungsdruck und somit auch als eine Stütze kennenzulernen. Zu Beginn haben die Konfis dabei überlegt, in welchen Feldern und Bereichen sie denn selbst den größten Druck verspüren. Nach einer Stationsarbeit zu diesem Thema haben die Konfis ihr eigenes Glaubensverständnis formuliert. Aus diesen ist dann ein gemeinsames geschrieben worden, was nach dem Gemeinsamen Abschluss seinen Weg in das Marmeladenglas gefunden hat.
Der Gemeinsame Abschluss ist an diesem Tag besonders schön. Das gemeinsame Glaubensverständnis wurde nicht nur vorgelesen und ins Marmeladenglas gepackt, sondern am Ostseestrand in einer Flaschenpost auch auf Reise geschickt. Kurz vor dem Schlafengehen saßen wir dann noch einmal am Kamin zusammen. Hier wurden Zettelchen, auf die die Jugendlichen geschrieben hatten, was ihnen den größten Druck bereitet, verbrannt und somit das in die Flammen geworfen, was in Hohenfelde nichts zu suchen hat. Was ein schöner Abschluss für diesen Tag.
Der Blog wünscht sich besseres Wetter für die nächsten Tage und verabschiedet sich damit für den heutigen Abend!