Am heutigen Tag gibt es ein ganz besonderes, neues Frühsportangebot: das Fahrradfahren! Blöd nur, dass die Jugendleitenden verschwiegen haben, dass wir keine Fahrräder ausgeliehen haben. Dass wir uns für den Frühsport also auf den Boden legen und mit den Beinen in der Luft strampeln wollen, kommt nicht bei allen Teilnehmenden so wirklich gut an.
„Wind in den Segeln“, das ist das Motto des heutigen Tages. Es geht vor allem um die Frage, was einen glücklich macht. Also was der eigene Antrieb ist, was uns Kraft und Vertrauen gibt. Am Vormittag haben wir überlegt, was Glück für uns bedeutet, wann wir uns glücklich fühlen und was wir tun können, wenn es mal nicht so gut läuft. Am Nachmittag stand dann ein großes Quiz in der gesamten Runde an. Gemischte Fragen zu Religionen, Glück, dem Freizeitheim und Sonstigem sorgen für richtig Stimmung im Tagesraum. Bei den hochkochenden Emotionen werden sogar die Jugendleitenden in eine Ecke des Raumes verbannt. Kann so jede Form des Betrugs ausgeschlossen werden? Wir haben auf jeden Fall jede Menge Spaß!
Auch Fußball wird heute gespielt, so wie eigentlich jeden Tag in Hohenfelde. Sonnenschein und gute Musik sorgen für gute Laune.
Vor dem Abendessen macht sich eine kleine Gruppe Richtung Vogel-Beobachtungsturm auf. Wir sehen Graugänse, Kanadagänse, Stockenten und andere Vögel. Bei Wolken und einer steifen Brise kommen richtige Herbstgefühle auf.
Am Abend wird es dann wieder ruhiger. Gemeinsam schauen wir den Film „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“. Dabei dürfen natürlich die Snacks aus der Kantine nicht fehlen. Beim Gemeinsamen Abschluss hat Jugendleiter Leo den Tag rekapituliert und vergewissert, dass es auch okay ist, wenn nicht immer alles perfekt läuft. Mit diesem wohligen Gefühl geht es heute Abend ins Bett. Der Blog freut sich auf den letzten ganzen Tag der Freizeit morgen. Gute Nacht!
Nach Heimathafen, Navigation und Seesack packen steht heute der große Aufbruch an. Es heißt also: Leinen los! Thematisch dazu passend beginnt der Tag direkt mit dem ersten Sprung ins kalte Wasser. Als Frühsport steht Schwimmen auf dem Plan. Alle Teilnehmenden gehen wenigstens bis zum Knie ins Wasser, viele sogar ganz. Und das bei ungefähr 12 Grad Wassertemperatur, Respekt!
Der Vormittag hat mit einem spektakulären Auftritt von Jugendleiter Jannis gestartet. In einem Boot mit dem Namen „Das Boot“ wurde er von zwei weiteren Jugendleitenden auf einem Anhänger über den Zeltplatz gezogen. Das Lied „Santiano“ der Band Santiano hat das ganze musikalisch untermalt. „Leinen los, volle Fahrt Santiano“ oder so. In kleinen Gruppen haben die Jugendlichen danach über verschiedene Impulsfragen zum Thema gesprochen. Warum möchte ich aufbrechen? Steht ihr vor einem Abschied oder einer großen Veränderung in eurem Leben? Was kann einem Mut machen, wenn man aufbricht?
Es folgen eine schöne Runde „Wir dürfen Singen“ und das Mittagessen. Am Nachmittag stand ein Ausflug an. Es ging zur Straußenfarm. Dort wurden uns die Ställe und Brutkästen gezeigt und wir haben Strauße in allen Größen gesehen. Wusstet ihr schon, dass ein Strauß bis zu 70 Eier im Jahr legt? Oder, dass die Gehirne der Strauße kleiner sind als ihre Augen? Das und vieles mehr haben wir bei einer Führung über die Farm erfahren. Die Führung war sehr interessant und im typisch norddeutschen Ton, sehr unterhaltsam für uns alle.
Am Abend saßen wir mit allen zusammen am Feuer. Gegrillte Marshmallows, gemeinsames Singen, vorgelesene Geschichten und das Verbrennen der eigenen Sorgen inklusive. Denn die Jugendlichen hatten im Laufe des Tages ihre Sorgen vor dem Aufbrechen auf einen Zettel geschrieben und konnten diese Sorge mit dem Verbrennen im Feuer ein wenig hinter sich lassen. Auch die Jugendlichen haben etwas zum Abend beigetragen, indem sie Geschichten von persönlichen Erfahrungen mit dem Aufbrechen geteilt haben. Emotional, gemütlich und unter dem Sternenhimmel, so soll ein Abschluss sein. Der Blog wünscht allen eine gute Nacht!
Große Verwirrung am Dienstagmorgen in Hohenfelde. Warum ist es heute früh beim Wecken noch dunkel, wenn es die letzten Tage immer hell war? Man munkelt, dass die Jugendleitenden sich beim Wecken heute früh um eine Stunde vertan und schon um 7 Uhr mit lauter Musik an die Zimmertüren der Jugendlichen geklopft haben. Was da wohl heute los war?
Nachdem es gestern um die Navigation der eigenen Reise ging, ist heute die Frage, was wir eigentlich mitnehmen wollen auf die Reise. Was wir also in unseren Seesack packen. Dafür hat Jugendleiter Leo zum Beginn des Plenum präsentiert, was er in seinem Seesack für eine Reise dabei hat. Danach haben sich die Jugendlichen am Vormittag mit den eigenen Stärken und den Stärken der anderen Teilnehmenden beschäftigt. Denn zu wissen, was man selbst gut kann und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu haben, kann in Stürmen Sicherheit geben.
In vier verschiedene Workshops konnten die Jugendlichen zudem einzelne Fähigkeiten vertiefen. Eine Gruppe hat im Kleinen Tagesraum an einem Standardtanzkurz teilgenommen und die Grundschritte von Cha-Cha-Cha und Discofox gelernt. Im Spielehaus hat eine Gruppe mit Quasselrunde, Assoziationsspiel und Mini-Reden das Sprechen vor der Gruppe geprobt. Über das ganze Gelände verteilt hat eine weitere Gruppe sich im Spiele Anleiten geprobt. Beim vierten Angebot haben die Teilnehmenden sich bewusst Zeit für sich genommen. Dabei ging es darum zu proben, wie man auch im Alltag eine ruhige Pause machen kann.
Nach den sehr leckeren Wraps zum Mittagessen und dem ersten Fußballspiel des Turniers auf dem Fußballplatz haben wir am Nachmittag Besuch von einem Referenten bekommen. Dieser hat mit uns zum Thema Streit und Konflikt gearbeitet und erläutert, dass Interaktionen zwischen Menschen oft auf Grundlage von Interpretation verlaufen. Auch hat er die Symbolik vom Eisberg eingeführt. Diese verdeutlicht, dass unter der Oberfläche meist viel mehr schlummert als man eigentlich denkt. Die Teilnehmenden haben somit gelernt, dass man sich gegenseitig mit dem Wissen begegnen soll, dass man nie ganz weiß, was bei den anderen unter der Wasseroberfläche schlummert. Und dass daher Rücksicht, Empathie und die Offenheit für andere Meinungen im Zusammenleben wichtig sind. Ein Teil der Gruppe hat mit unserem Referenten auch am Abend noch weiter zum Thema gearbeitet. Vielen Dank für den Besuch und die spannenden Einblicke an dieser Stelle!
Nach einem ruhigen Abendabschluss samt Geschichte und Lied ist auch dieser Tag zu Ende. Der Blog wünscht sich besseres Wetter für morgen und freut sich auf die zweite Hälfte der Freizeit!
Geschichte: Der kleine Seemann
Der kleine Seemann wollte eine Seereise antreten. Er hatte in seinem ganzen Leben noch nichts anderes gesehen, als das kleine Dorf an der Küste, aus dem er kam. Es war ein schönes Dorf. Kleine, schiefe Häuser aus grauen, ungleichen Steinen mit bunten Türen und Fensterläden in allen Farben stranden um eine Bucht herum. Davor lag das weite Meer. Mal traf es in großen Wellen auf die Küste, sodass die Häuser die Gischt der Wellen abbekamen. Und mal war es glatt wie ein Ententeich, sodass der kleine Seemann seine Spiegelung im Wasser sehen konnte, wenn er sich über die Hafenmauer lehnte. Der Leuchtturm des Dorfes stand auf den Klippen, die das Dorf umgaben. Auch er war ein bisschen schief, hatte breite rote und weiße Streifen und strahlte nachts ein warmes Licht aufs Meer hinaus.
Es wohnten nur 30 Menschen in seinem Dorf und der kleine Seemann kannte alle persönlich. Sie waren seine Familie, Freunde, Lehrer und Bekannte, die Fischer, der Leuchtturmwärter und Handwerker und hatten sein ganzes Leben geprägt. Sie waren sein sicherer Hafen und halfen ihm in allen schwierigen Situationen. Zum Beispiel als er an einem Tag im Hafen gefischt hatte und ihm ein so großer Fisch ins Netz gegangen war, dass er ihn nicht alleine an Bord ziehen konnte.
Aber jetzt war der kleine Seemann mit der Schule fertig. Er hatte sich ein kleines Segelboot gebaut und war bereit aufzubrechen. Er hatte auch einen Plan gemacht, wohin seine Reise gehen sollte, mit seinen Seekarten navigiert und eine Route eingezeichnet. Nun stand er im Haus seiner Eltern vor seinem Seesack und wusste einfach nicht, was er einpacken sollte. Er hatte schon seine Arbeitshose, drei dicke Wollpullover, eine Wollmütze, einen dicken gelben Regenmantel und sein Werkzeug bereitgelegt. Mit den Händen in die Seiten gestremmt stand er nun da und wusste nicht weiter. Da kam die Mama vom kleinen Seemann ins Zimmer und fragte: „Na mein kleiner, hast du alles gepackt? Bist du bereit für die große Reise?“ Der kleine Seemann war sichtlich unzufrieden und sagte: „Ich weiß einfach nicht, was ich mitnehmen soll. Ich habe das Gefühl, dass ich so oder so was vergessen. Und nicht richtig vorbereitet bin.“ Und da verstand die Mama vom kleinen Seemann, was das Problem war. Der kleine Seemann bekam ein bisschen kalte Füße vor seiner Reise. Die Mama vom kleinen Seemann seufzte und sagte: „Du hast schon so viel mehr in deinem Seesack, als du denkst, mein kleiner. Und du nimmst so viel mehr mit, als die Klamotten und die Ausrüstung, die du schon bereitgelegt hast. Denk an all deine Stärken und Fähigkeiten. Du hast dein Boot selbst gebaut und kennst es besser, als alle anderen. Du kannst nach den Sternen navigieren. Weißt, wohin die Reise gehen soll. Kannst mit Stürmen umgehen. Natürlich wird es schwer werden. Und zu wirst oft zweifeln. Aber ich glaube, dass du genug über die Jahre in deinen Seesack gepackt hast. Dass du die Reise schaffen kannst.“
Der kleine Seemann umarmte seine Mama fest. Dann packte er seinen Seesack, erinnerte sich an alles, was er konnte. Und vor allem hatte er eines: Vertrauen. Vertrauen in sich und seine Fähigkeiten. Und daran, dass er auch für die stürmische See bereit ist. Abends legte er sich ein letztes Mal in das kleine Bett in seinem Zimmer im Haus seiner Eltern und freute sich auf morgen. Denn morgen wird es heißen: Leinen los!
Sonnenstrahlen begrüßen uns an diesem Montag beim Verlassen der Häuser in Hohenfelde. Der Himmel ist strahlend blau, die Sonne wirft ein warmes Licht über die Felder und unser Atem steigt in hellen Wölkchen auf. Auch heute beginnt der Tag im Freizeitheim Hohenfelde mit Frühsport. Bei dem Wetter macht das besonders viel Spaß.
Das Thema des heutigen Tages ist die Navigation, also die Frage nach der eigenen Zukunft. Das erste Plenum startet mit einer Traumreise. Jugendleiter Joris nimmt uns mit auf eine Traumreise. In mehreren Etappen schreiten wir in Gedanken unser Leben ab. Stellen uns vor, wie wir in der Zukunft aussehen, was wir ausstrahlen, beruflich machen, wo wir wohnen, mit wem wir unser Leben teilen. Danach haben die Jugendlichen weiter in den Logbüchern gearbeitet und überlegt, wo sie sich in zwei, fünf, zehn, 25 oder 50 Jahren sehen. Besonders schön war das Gespräch in der Gruppe über die eigenen Pläne. So haben uns die Jugendlichen an ihren Plänen von Schulabschluss bis Stricken im Lehnstuhl in der Rente teilhaben lassen.
Auch der Nachmittag diente wieder der Navigation. Die Jugendlichen haben überlegt, welche Personen oder Dinge ihnen als Leuchtturm im Leben dienen und dies auf Plakaten festgehalten. Zwischendurch war aber immer auch jede Menge Zeit für Freizeit. Diese wurde heute besonders für lange Spaziergänge zu Edeka im Ort oder Fußballspiele genutzt wurde.
Am Abend stand eine Nachtwanderung an. Begleitet vom Licht der Fackeln ging es am Strand entlang, um die Felder der Gegend herum und durchs Dorf zurück. Geendet hat der Abend am Lagerfeuer in Hohenfelde in andächtiger Stimmung.
So geht der zweite ganze Tag in Hohenfelde zu Ende. Der Blog freut sich auf alles, was noch kommt und wünscht eine gute Nacht!
„Aufsteh´n ist schön, Aufsteh`n ist schön“ tönt es am Sonntag um 8 Uhr durch das Freizeitheim in Hohenfelde. Jugendleiter Jannis hat sich für diesen Morgen ein besonders schönes Lied zum Wecken ausgesucht. Bei den Jugendlichen kommt das nur so mittel gut an. Aber auch am Sonntag gibt es in Hohenfelde Frühsport. Während sich einige Mutige in die kalte Ostsee wagen, entscheiden sich andere Teilnehmende fürs Joggen, Spazieren oder Yoga. Spätestens das Frühstück weckt dann die letzten müden Jugendlichen auf.
Der erste thematische Tag der Woche trägt den Namen „Heimathafen“ und dreht sich inhaltlich um die Frage, wann und wo sich die Jugendlichen geborgen fühlen, was also ihr eigener sicherer Hafen ist. Ein Ort, Menschen oder Aktivitäten, die ihnen Sicherheit bieten und in stürmischen Zeiten Halt geben. Im ersten Plenum am Vormittag haben wir so Standbilder zu Begriffen wie Sicherheit, Geborgenheit, Familie oder Zusammenhalt erstellt und in der Gruppe präsentiert. Es folgte das erste „Wir dürfen singen“ der Freizeit und bald tönten die Klänge von Gitarre, Klavier und knapp 30 Stimmen über den Zeltplatz, die den ein oder anderen Ton knapp verfehlten. Schön war`s natürlich trotzdem.
Nach dem Mittagessen, der Mittagspause samt großem Fußballspiel und Keksausgabe ging es inhaltlich weiter. Zusammen haben wir überlegt, wie wir als Gruppe oder Einzelne ein sicherer Hafen für andere sein können. Auch diese Ergebnisse wurden als Fotos, Videos oder kleines Schauspiel vorgetragen. Selbst gestaltete Plakate zum Thema Heimathafen haben die Jugendlichen in einem Galeriegang ausgestellt. Auf die Frage „Warum sollen wir denn jetzt leise sein?“ kommt schnell die Antwort „Ja, weil wir im Museum sind Mann!“ und klärt damit auch das Thema. Wir sind beeindruckt von den kreativen Ergebnissen!
Mit Freizeitprojekten, einem sehr leckeren Abendessen und einer gemeinsamen Runde Werwolf haben wir den Tag entspannt ausklingen lassen. Das Ende des Tages ist wie immer der Gemeinsame Abschluss. Auch hier sind wir noch einmal in einer ruhigen Stimmung zusammengekommen und haben jeder für uns überlegt, wer Teil unseres sicheren Hafens ist. Mit den zahlreichen Nennungen von Freunden und Familie können sich da ganz bestimmt viele Leserinnen und Leser des Blogs angesprochen fühlen. Was ein schöner Abschluss des Tages!
Auch für heute wünscht der Blog eine gute Nacht. Der Mond steht hell am sternenklaren Himmel, es wird Zeit fürs Bett.